23. Februar 2018: Jahres-Mitgliederversammlung

Vorsitzender Manfred Schallinger begrüßte zur heurigen Versammlung knapp 40 Mitglieder und Gäste. Nach einem Totengedenken folgte auf Wunsch des Referenten gleich der angekündigte Vortrag von Erhard Zaha aus Anger über das Kloster Höglwörth.

Zaha ging kurz auf die Geschichte des Klosters ein. Die den Aposteln Petrus und Paulus geweihte Klosterkirche ist ein geschütztes Baudenkmal. Ausführlich und mit vielen Bildern unterlegt, berichtete er über den Zustand vor den umfangreichen Restaurierungsarbeiten, die in den Jahren 1979 bis 1986 stattgefunden haben. Die Bilder zeigen eindrucksvoll die großen Schäden an den Stuckaturen, Gemälden und Statuen und wie sich die wertvollen Kunstwerke heute darstellen.

Im Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr erwähnte Vorsitzender Manfred Schallinger besonders die Herausgabe des 10. Heftes der Surberger Heimatblätter. Im Vorausblick gab er die Termine für die geplanten Aktivitäten bekannt: Vortrag mit Gustl Lex über „Bsondere Leut unserer Heimat“, Ratschkaffä über Franz Wagner, Radltour nach Höglwörth, Bildersuchfahrt mit dem Förderverein Wirtshaus Lauter, Freilichtmuseum Amerang und Vortrag von Hermann Weigand über „Die Zeit des Chiemo“.

Ausführlich erläuterte Schallinger das bereits beschlossene Projekt „Orte, Höfe, Häuser der Gemeinde Surberg“, also die Erneuerung und Vervollständigung unserer bestehenden Hofgeschichte. Der Auftrag hierzu wurde an Meinrad Schroll vergeben, die Arbeiten sollen im August 2018 beginnen und voraussichtlich zwei Jahre dauern. Die Gemeinde Surberg unterstützt das Projekt finanziell. Zeitgleich wird durch den Verein die neuere Geschichte der Höfe erforscht, wobei auch die Häuser und Siedlungen berücksichtigt werden. Sobald der Umfang der Erhebungen intern ganz geklärt ist, erhalten die Hauseigentümer einen Fragebogen. Zwecks Mithilfe an dieser Forschungsarbeit wird die Vorstandschaft an interessierte Mitglieder herantreten.

Zum Schluss seines Berichts bedankte sich der Vorsitzende nochmals bei den Ausschussmitgliedern für die hervorragende Zusammenarbeit und für deren unermüdliche Arbeit. Er betonte, dass das gute Verhältnis und der gute Zusammenhalt ihm seine Tätigkeit enorm erleichtere. Seine Stellvertreterin Johanna Thullner nahm die Gelegenheit wahr um sich ebenfalls bei Manfred Schallinger für seine Arbeit zu bedanken und wünschte sich noch viele weitere Jahre der Zusammenarbeit.

Es folgten die Berichte des Schriftführers Georg Wimmer und des Schatzmeisters Josef Wendlinger. Kassenprüfer Rudi Irlacher bestätigte die Richtigkeit der Vorgänge und beantragte die Entlastung der Vorstandschaft, die einstimmig erfolgte.

Für 25 Jahre Vereinstreue erhielt Frau Heike Eminger ein kleines Geschenk. Dr. Jürgen Eminger, ebenfalls seit 25 Jahren Mitglied, war entschuldigt und erhält sein Geschenk nachgereicht.

Beim letzten Tagesordnungspunkt ergriff Bürgermeister Josef Wimmer das Wort und bedankte sich im Namen der Gemeinde bei der ganzen Vorstandschaft für ihre Arbeit. Er erläuterte kurz den positiven Gemeinderatsbeschluss zur finanziellen Unterstützung bei der Erforschung der Hofgeschichte.

Es gab noch drei weitere Wortmeldungen, die sich auf das Ratschkaffä, die Ganzjahreskrippe in Piding und auf die Hofgeschichte bezogen. Außerdem wies der Vorsitzende des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal auf drei Veranstaltungstermine seines Vereins hin.

Gegen 21.30 Uhr konnte Manfred Schallinger die Versammlung schließen.

 

 

16. März 2018: Bsondere Leut in unserer Heimat

Vortrag mit Gustl Lex

Unter dem Titel „Bsondere Leut in unserer Heimat“ erzählte der bekannte Mundartsprecher Gustl Lex aus Grabenstätt von Originalen, Typen und Sonderlingen aus dem näheren Bayern. Er begann mit dem Berchtesgadener Schnitzer Anton Adner, der von 1705 bis 1822 lebte. Bis ins hohe Alter hatte er seine Ware mit der Kraxn ausgetragen. Mit 113 Jahren wurde er von König Maximilian zur Fußwaschung am Gründonnerstag nach München eingeladen. Auch ein Jahr später, 1819, war er wieder als „Apostel“ bei der Hoffußwaschung in München und bestieg bei dieser Gelegenheit den Turm der Frauenkirche.

Alois Irlmaier lebte von 1894 bis 1959. Geboren in der Gemeinde Siegsdorf, wohnte er später in Freilassing und wurde zuerst als Brunnenbauer und Wünschelrutengänger, später noch mehr als „Hellseher“ bekannt. Er half vielen Menschen, indem er z. B. die Aufenthaltsorte von Vermissten sehen konnte und auch die Stellen von Bombeneinschlägen in Freilassing vorausahnte.

Maria Furntner vom Bergbauernhof Waizenreit in Frasdorf lebte dort von 1821 bis 1884. Sie hatte mindestens 50 Jahre lang keine Nahrung außer der Hostie der heiligen Kommunion zu sich genommen und nur Wasser aus einer benachbarten Quelle getrunken.

Auch über die Sauhändlerin Anna Spiegelsberger aus Traunstein berichtete Lex. Sie war hauptsächlich wegen ihres geschliffenen Mundwerks und einer gewissen Respektlosigkeit gegenüber behördlichen Einrichtungen bekannt.

Die fundiert vorbereiteten und von Gustl Lex in erfrischend lebendiger bairischer Sprache vorgetragenen Geschichten machten den Abend zu einem Erlebnis. Dazu trug auch wesentlich die Huraxdax-Musi bei, bestehend aus zwei Dirndln und einem Buam, die mit Ziach, Hackbrett und Harfe die Wortbeiträge untermalten und dafür viel Beifall ernteten.

 

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22. April 2018: Zwoats Ratschkaffä

 

Franz Wagner, allgemein nur als „Wagner Franzei“ bekannt, war ein Lauterer Original. Er lebte als Junggeselle allein und bewirtschaftete als „Kleinhäusler“ sein Anwesen, das zwischen dem Lauterer Wirtshaus und der Eisenbahnlinie stand. Das Wohnhaus samt dem Stallgebäude wurde nach seinem Tod 1974 zuerst vermietet, später musste es einem modernen Wohngebäude weichen.

Trotz herrlichstem Frühlingswetter und Temperaturen wie im Hochsommer waren über 40 Leute ins Nebenzimmer vom Lauterer Wirt gekommen, um in gemütlicher und zwangloser Runde bei Kaffee und Kuchen vom "Wagner Franzei" zu erzählen.